Bürgerwehren auf Facebook – illegale Hetzjagd 44

von Karsten Gulden

Aktuell formieren sich Bürgerwehren auf Facebook, die gemeinsam auf Verbrecherjagd gehen. Verdächtige werden fotografiert und die Bilder werden unverpixelt auf Facebook hochgeladen.

Die Polizei und Ermittlungsbehörden haben es vorgemacht: Fahndungsaufrufe über das Internet und soziale Netzwerke (Öffentlichkeitsfahndung). Leider gibt es immer mehr private Nachahmer. Aktueller Trend: Die Gründung von Bürgerwehren. Ein Negativbeispiel ist die Bürgerwehr Untersuhl, Gerstungen & Umgebung. Dort gehen die Initiatoren gemeinsam auf die Jagd und verstoßen damit gegen Recht und Gesetz.

Private Fahndungsaufrufe von angeblichen Straftätern sind nicht erlaubt.

Recht am eigenen Bild

Mit einem solchen privaten Fahndungsaufruf kann man die Persönlichkeitsrechte des Betroffenen verletzen, insbesondere das Recht am eigenen Bild, sowie gegen diverse Strafgesetze verstoßen.

Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass auch ein Straftäter – das heißt, selbst wenn sich der in dem Fahndungsaufruf vorgetragene Verdacht als wahrheitsgemäß herausstellt, ein Recht am eigenen Bild hat. Hat die Person, die den Fahndungsaufruf gestartet und veröffentlicht hat, nicht die Zustimmung des Abgebildeten, also des vermeintlichen Täters, verletzt die Verbreitung des Fotos die Persönlichkeitsrechte des Abgebildeten und verstößt gegen § 22 KUG.

„Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden.“

Es ist auch keine Rechtfertigung, dass es sich bei den Abgebildeten um einen angeblichen Straftäter handelt, den man mit Hilfe des Bildes dingfest machen will.

Der Abgebildete kann in diesem Fall zivilrechtliche Ansprüche auf Unterlassung und ggf. Geldentschädigung geltend machen und gem. § 33 KUG auch Strafanzeige stellen ...

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Warum private Fahndungsaufrufe gefährlich sind

Darf man bei Facebook das Heft selbst in die Hand nehmen und private Fahndungsaufrufe Starten oder Teilen? Die Polizei unternimmt doch eh nix. Man tut doch was Gutes, wenn man den Behörden bei der Suche hilft, oder? Private Fahndungsaufrufe sind inzwischen fester Bestandteil der Facebook Community. Kein Wunder, man schafft es mit wenigen Klicks ein Millionenpublikum zu erreichen. Helfen will doch jeder, gerade wenn es um Kinderschänder, Vergewaltiger oder Tierquäler geht. Aber darf man das? Mehr dazu im Video! #NETZUNRECHT - Blog: http://www.infodocc.info/ #NETZUNRECHT bei Facebook: https://www.facebook.com/netzunrecht #NETZUNRECHT bei Twitter: https://twitter.com/netzunrecht Habt Ihr auch Fragen, zu denen wir ein Video machen sollen? Dann teilt uns eure Fragen in den Kommentaren unter den Hashtags mit: #fragGR oder #fragNETZUNRECHT #NETZUNRECHT: Aufklärung, Meinungen und Prognosen über unrechte Massenphänomene im Internet – Vorsicht bissig! #NETZUNRECHT ist ein Format von gulden röttger | rechtsanwälte Die Kanzlei gulden röttger | rechtsanwälte ist eine seit Jahren auf Urheber-, Marken-, Wettbewerbs- und Persönlichkeitsrecht spezialisierte Kanzlei, die Ihren Sitz in Mainz hat. Tobias Röttger __________________________________ Tobias Röttger ist Rechtsanwalt und Partner der Mainzer Medienkanzlei gulden röttger | rechtsanwälte. __________________________________ https://ggr-law.com TEL: 06131 - 240950 E-Mail: info@netzunrecht.de



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