„Butt dial“ – oder haftet man für sein telefonierendes Hinterteil?

von Katrin Gisler

Ein telefonierendes Hinterteil?! Was absurd klingen mag, stellt für nachlässige Mobiltelefonnutzer in den Vereinigten Staaten neuerdings ein reales Risiko dar. Ein Berufungsgericht in Cincinnati stellte fest, dass der Nutzer für zufällige und unbemerkte Anrufe des eigenen Mobiltelefons haftbar gemacht werden kann.

Der Fall

Zwei Vorsitzende eines Flughafens waren im Ausland unterwegs, als sie die Assistentin des Geschäftsführers telefonisch kontaktierten, damit diese einen Tisch in einem Restaurant reservieren könne. Als das Mobiltelefon nach Beendigung des Anrufes in die Anzugtasche gesteckt wurde, wählte das Gerät erneut die Nummer jener Assistentin – ohne dass der Vorsitzende dies bemerkt hätte. Währenddessen fühlten sich die beiden Vorsitzenden – weit weg von der Heimat – frei und unbeobachtet, um unbeschwert darüber zu diskutieren, wie sie ihren Geschäftsführer ersetzen wollten. Dass die zuvor kontaktierte Assistentin ihre komplette Konversation aufgrund des erneuten Anrufs mitverfolgen konnte, merkten sie nicht. Ebenso wenig rechnete der unbewusste Anrufer damit, dass die Information über die Auswechslung des Geschäftsführers Dritten zugänglich war.

Die Assistentin notierte den Inhalt der Gespräche während des ganzen «Telefonates» mit und zeichnete es teilweise auch auf. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse teilte sie umgehend dem betroffenen Geschäftsführer sowie den übrigens Vorsitzenden mit.

Der abgehörte Vorsitzende war verständlicherweise alles andere als erfreut darüber und verklagte die Assistentin wegen der Verletzung eines nationalen Gesetzes über Abhöraktionen (sog. «wiretap act»), welches absichtliche Mitschnitte elektronischer oder mündlicher Kommunikation als illegal einstuft ...

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