Gefährlicher Hund durch Totbeißen eines Artgenossen

von Martina Schlosser

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hatte sich im Rahmen des einstweiligen Rechtsschutzes mit der Frage der unwiderleglichen Gefährlichkeit eines als bissig geltenden Hundes nach § 8 Abs. 1 Nr. 2 HuHV BB 2004 zu befassen.

In dem entschiedenen Fall hatte die Behörde (Antragsgegner) einen sofort vollziehbar und unter Androhung eines Zwangsgeldes vorläufig angeordneten Leinen- und Maulkorbzwang für den Hund „Gustav“ (Deutsche Dogge) der Antragssteller verhängt.

Die Antragsteller erhoben nicht nur Klage gegen den Bescheid, sondern wandten sich auch im einstweiligen Rechtsschutz gegen die Anordnung der sofortigen Vollziehung. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat nun in zweiter Instanz die Anordnung bestätigt (über die Klage ist noch nicht entschieden).

Das Verwaltungsgericht Potsdam war zu dem Ergebnis gekommen, dass der Hund „Gustav“ als gefährlicher Hund im Sinne des § 8 Abs. 1 Nr. 2 HundehV einzustufen sei, weil er am 04.06.2014 den Foxterrier „Foxel“ zu Tode gebissen habe, ohne von diesem angegriffen oder in ähnlicher Weise provoziert worden zu sein.

Hiergegen wandten sich die Antragsgegner mit dem Einwand, es sei nicht geklärt, ob der Tod von „Foxel“ auf einen „Beißvorfall“ oder auf ein „buchstäbliches Herausreißen aus dem Fang der Dogge seitens dessen Herrchen“ zurückzuführen sei.

Das Verwaltungsgericht Potsdam hatte allerdings bereits betont, dass entscheidend sei, dass „Gustav“ den Foxterrier unstreitig mit seinem Fang zu fassen bekommen habe. Dieses Zufassen sowie die Aufnahme im Maul der Dogge sei ursächlich für den Tod gewesen, was auch durch die ärztliche Bescheinigung der Tierklinik Potsdam vom 05.06.2014 bestätigt werde, der die Feststellung des Todes „nach Hundebiss“ zu entnehmen sei ...

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