Vernehmung der Zeugin sinnlos

Vernehmung der Zeugin sinnlos oder: Lückenhafte Beweiswürdigung

Das Landgericht Wiesbaden hat es sich in einem Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in zwei Fällen sehr leicht gemacht; sträflich leicht. Es hat den Angeklagten zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt, ohne die Hauptbelastungszeugin im Verfahren überhaupt gehört zu haben.

Urteil stützt sich lediglich auf Zeugen vom Hörensagen

Die Aussage der Hauptbelastungszeugin und Nebenklägerin wurde lediglich durch andere Zeugen eingeführt, also sogenannten Zeugen vom Hörensagen. Diese wussten zu berichten, dass „der Angeklagte an der Scheide der zum Tatzeitpunkt vier Jahre und neun Monate alten Nebenklägerin (leckte) und sie im Anschluss außerdem aufforderte, seinen Penis in den Mund zu nehmen, wogegen sich die Nebenklägerin jedoch weigerte. Der Angeklagte hatte die Vorwürfe bestritten. Auf die Aussage und Exploration der Nebenklägerin hatte die Kammer verzichtet, weil es nach Angaben des Sachverständigen schlicht keinen Sinn machen würde, die aussagetüchtige Nebenklägerin zu explorieren. Dies sei drei Jahre nach Tatablauf nicht mehr sinnvoll ...

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