Google Maps „Meine Zeitleiste“ – So schnell zebröckelt Ihr falsches Alibi

von Rechtsanwalt Jürgen Just

Wer braucht schon die Vorratsdatenspeicherung, wenn es doch Google gibt! Der Suchmaschinengigant hat seinem Kartendienst Google Maps ein neues Feature spendiert: die sogenannte Zeitleiste. Dies wird neben vielen Usern sicherlich auch die Strafverfolgungsbehörden freuen.

Wer ein Smartphone mit dem Betriebssystem Android sein Eigen nennt, kann sich nun bequem anzeigen lassen, wo er sich vor ein paar Tagen aufgehalten hat. Und wenn das der Handybesitzer kann, kann es natürlich auch die Polizei. Gelangt sie in den Besitz des Smartphones, haben die Ermittler Zugriff auf das komplette Bewegungsprofil des Besitzers. Einfach die App „Maps“ starten, im App-Menü den Reiter „Meine Zeitleiste“ auswählen und schon kann jeder nachsehen, wo sich der Besitzer mit seinem Telefon überall aufgehalten hat.

Der ein oder andere wird sich nun sagen: „Ich aktiviere diese Option sowieso nicht, dann kommt auch keiner an meine Daten!“. Das ist jedoch zu kurz gedacht, denn die meisten Smartphone-Besitzer dürften bei Inbetriebnahme ihres Androiden bewusst oder unbewusst in den Standorteinstellungen den Standortverlauf aktiviert haben. Das bedeutet, dass Google seit diesem Zeitpunkt fleißig die Standortdaten des Handy-Besitzers gesammelt hat. Wer seinen Google-Account also seit längerer Zeit verwendet, kann mitunter seine Bewegungsdaten sogar einige Jahre weit zurückverfolgen.

Bislang konnte sich jeder Nutzer die eigenen Stanortdaten am heimischen PC in seinem Google-Account unter „Standortverlauf“ anzeigen lassen. Mit der Integration in Google Maps lassen sich die Bewegungsdaten nun deutlich einfacher und schneller direkt auf dem Smartphone anzeigen. Dies bedeutet aber auch, dass sich die Gefahr eines unbefugten beziehungsweise unerwünschten Zugangs durch Dritte deutlich erhöht hat.

Bislang kamen Dritte so gut wie gar nicht an die auf den Servern von Google gespeicherten Daten ...

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