Gesetzliche Unfallversicherung greift beim Hochschulsport

Das Bundessozialgericht (BSG) hat in zwei Verfahren vom 4. Dezember 2014 (Az.: B 2 U 10/13 R und B 2 U 13/13 R) entschieden, dass Studierende, die beim Hochschulsport zu Schaden kommen, grundsätzlich auch unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung stehen, wenn sie an Wettkämpfen teilnehmen. Das setzt voraus, dass die Teilnahme an der Sportveranstaltung nur Studenten angeboten wird.

Im einen Fall (Aktenzeichen B 2 U 10/13 R) hatte ein Student an einer Basketball-Hochschulmeisterschaft teilgenommen, die vom Dachverband des Hochschulsports organisiert wurde. Diese fand nicht an der Universität des Studenten statt. Er verletzte sich bei einem der Wettkämpfe am Knie. Als er deswegen Ansprüche gegenüber der auch für Studenten zuständigen Berufsgenossenschaft geltend machte, lehnte diese die Leistungsübernahme ab, da ebenso wie beim Betriebssport die Teilnahme von Studenten an Wettkämpfen sowie an Sportfreizeiten nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung stünde.

Im Übrigen bestehe allein schon deswegen kein Versicherungsschutz, weil die Hochschulmeisterschaft nicht in dem organisatorischen Verantwortungsbereich der Universität des verletzten Studenten durchgeführt worden sei.

Die Vorinstanzen und das BSG gaben der Forderung des Studenten statt, dass die Berufsgenossenschaft den Unfall als „Arbeitsunfall“ anerkennen müsse. Nach richterlicher Ansicht gehört die Teilnahme eines Studierenden an einer Hochschulmeisterschaft zur Aus- und Fortbildung im Sinne von § 2 Absatz 1 Nummer 8 c SGB VII. Daher stehen die Teilnehmer unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

Unstreitig ist, dass die Meisterschaft weder von der Universität des Klägers unmittelbar organisiert wurde und auch nicht auf deren Gelände stattfand ...

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