Das neue Kleinanlegerschutzgesetz

Wenn die Prozente bei Kapitalanlagen nach oben geschraubt werden, üben auch Anlagemöglichkeiten den Zauber des Unwiderstehlichen aus, auf die normalerweise kein Anleger geschaut hätte. Aber nicht nur dort lauern die Tücken. Unseriösen Verlockungen einen weiteren Riegel vorzusperren ist Aufgabe des neuen Kleinanlegerschutzgesetzes.

Nach der Zustimmung von Bundestag und Bundesrat am 22. Mai sowie am 12. Juni 2015, tritt das seit langem geplante Kleinanlegerschutzgesetz (KleinanlegerG) nun zum 01. Januar 2016 in Kraft. Hauptbestandteil der neuen Regelung ist eine Reform des Vermögensanlagengesetz (VermAnlG). Durch den Ausbau des Informationsmodells, welches dazu dient, dem Anleger in zusammengefasster Form die wesentlichen Kernpunkte einer Anlage näher zu bringen, soll dieser vor intransparenten Finanzprodukten und unseriösen Anbietern am grauen Kapitalmarkt, für den bislang kaum Regulierungen bestanden, geschützt werden. So erlitten viele Anleger in jüngster Zeit erhebliche Vermögenseinbußen, da sie der fehlerhaften Annahme folgten, hohe Renditen ohne jegliches Risiko erzielen zu können. Als Beispiele seien hier die medienwirksamen Fälle des Windparkbetreibers Prokon und der Immobiliengruppe S&K genannt. Ziel des neuen Gesetzes ist es, dem Anleger ein umfassenderes Bild über das Finanzprodukt zu bieten, was insbesondere auch durch entsprechende Warnhinweise erreicht werden soll.

Neufassung des VermAnlG

Die wohl auffälligste Neuerung ist die Ausweitung der regulierten Vermögensanlagen im Sinne des § 1 Abs. 2 VermAnlG. Nunmehr werden auch gewinnabhängige - sog. partiarische - Darlehen, Nachrangdarlehen, solche bei denen der Darlehensgeber im Falle der Insolvenz als Letzter eine Befriedigung erhält sowie - als Auffangtatbestand - sonstige Anlagen, die einen Anspruch auf Verzinsung und Rückzahlung gewähren, erfasst ...

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