Die Teilnahme an illegalen Autorennen im Straßenverkehr ist nicht strafbar!

von Henning Ernst Müller

Das Thema „illegale Straßenrennen“ ist seit einiger Zeit wieder hochaktuell. Immer wieder, derzeit verstärkt im nördlichen Rheinland, kam es in den letzten Monaten zu schwerwiegenden und sogar tödlichen Verletzungen, auch von unbeteiligten Passanten, die etwa zu Fuß oder per Fahrrad unterwegs waren. Offensichtlich hat sich eine Szene meist männlicher junger Fahrer gebildet, die extreme Risiken für sich und andere einzugehen bereit sind, um sich per Fahrzeug zu produzieren.

Um so verwunderter wird man feststellen, dass es bislang keinen Straftatbestand gibt, der dieses Verhalten unabhängig vom eingetretenen Schaden unter Strafe stellt. Wer bei einem Unfall Personen verletzt oder tötet, macht sich natürlich wegen der allgemeinen Normen (insb. §§ 222, 229 StGB) strafbar. Aber wer durch seine Beteiligung an einem Autorennen die Sicherheit des Straßenverkehrs (nur) gefährdet, wird nur wegen einer Ordnungswidrigkeit belangt, es sei denn er verwirklicht zugleich eine der in § 315 c StGB geregelten „Todsünden“. Die verwirklichte Ordnungswidrigkeit nach § 29 StVO ist überschrieben mit „übermäßiger Straßennutzung“; dies entspricht kaum dem Gefährdungspotential als eigentlich wichtigem Anlass einer Sanktionierung.

Exkurs: es ist ohnehin merkwürdig, welche „Todsünden im Straßenverkehr“ sich in § 315c StGB unter Nr.2 finden, vor allem aber, welche dort nicht geregelt sind:

"§ 315 c StGB:

(1) Wer im Straßenverkehr

1. (...)

2 ...

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