ArbG Berlin: sexuelle Belästigung rechtfertigt nicht in jedem Fall die fristlose Kündigung

Einer Kollegin tätschelte er den Po und umarmte sie, eine andere fasste er von hinten an und schüttelte sie. Wegen wiederholter sexueller Belästigung wurde ein Berliner Vertriebsmanager fristlos entlassen. Doch für die Frauen in der Zeitarbeitsfirma ist der umstrittene Leiter keine Vergangenheit: Die Kündigung ist unwirksam, entschied das Berliner Arbeitsgericht. Auch entgangenes Gehalt seit Dezember 2014 solle nachgezahlt werden. Die fristlose Kündigung sei unwirksam, heißt es im Urteil vom 8.4.2015 (Az.: 10 Ca 18240/14), das erst jetzt bekannt wurde und der Deutschen Presseagentur vorliegt und deren Bericht diesem Beitrag zugrunde liegt. Das Gericht moniert, dass der Kläger zuvor nicht abgemahnt worden ist. Die fristlose Kündigung sei das letzte Mittel. Verwiesen wurde auch darauf: Zu den Vorfällen sei es schon ein halbes Jahr vor der Kündigung gekommen – augenscheinlich hätten die betroffenen Arbeitnehmerinnen die Übergriffe als nicht so gravierend empfunden, sonst hätten sie diese der Unternehmungsleitung doch zeitnah mitgeteilt, hieß e s im Urteil ...

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