Benommene Patientin stürzt in Arztpraxis im Aufwachraum von ungesicherter Liege: Arzt muss Schaden ersetzen: LG Hildesheim 09-01-15

Ein Arzt, dessen Patientin nach einer Magenspiegelung betäubt ist und sich in der Aufwachphase befindet, hat diese zu überwachen oder überwachen zu lassen und muss gegen ein zu erwartendes weisungswidriges Aufstehen Vorsorge treffen, beispielsweise durch eine durchgehende Überwachung der Patientin oder durch eine Umgrenzung des Bettes (Landgericht Hildesheim, Urteil vom 09.01.2015 - 4 O 170/13).

Die Klägerin ist die Krankenversicherung einer Patientin, die im Jahr 2008 bei dem beklagten niedergelassenen Arzt eine Magenspiegelung erhielt. Die Kasse macht Schadensersatzansprüche der Patientin gegen den Beklagten aus übergegangenem Recht geltend.

Am 17.07.2008 führte der Beklagte bei der im Jahr 1922 geborenen Frau XXX eine Magenspiegelung nach der Gabe von 5 Milligramm des Medikaments „Dormicum“ (Wirkstoff Midazolam) durch. Im Anschluss daran wurde Frau XXX auf eine im Aufwachraum der Praxis befindliche Patientenliege gelegt. Dort stürzte sie von der Liege herunter und zog sich einen Bruch des Oberschenkelknochens, eine sogenannte Femurfraktur, zu. Die Klägerin hat für die anschließende Heilbehandlung insgesamt 8.693,27 € aufgewandt.

Die Klägerin hatte sich in der Praxis des Beklagten einen Bruch des Oberschenkelknochens zugezogen, als sie während der Aufwachphase von der Liege stürzte. Das Gericht sprach ihr ein Schmerzensgeld in Höhe von mehr als 8.500 € zu. Der Beklagte habe seine Pflicht vernachlässigt, gegen ein zu erwartendes weisungswidriges Aufstehen Vorsorge zu treffen, beispielsweise durch eine durchgehende Überwachung der Patientin oder durch eine Umgrenzung des Bettes.

Das LG Hildesheim gab der Klage der Kasse statt ...

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