Negative Online-Bewertung für Ärzte: Gerichte nehmen Portalbetreiber zunehmend in die Pflicht

von Anna Sophie Heuchemer

Wer kennt sie heutzutage nicht? Ärztebewertungsportale wie Sanego oder Jameda.

Für die Patienten sind sie oft sehr hilfreich und können bei der Auswahl eines Arztes helfen. Für die Ärzte selbst können die Portale jedoch schnell zum Graus werden, immer dann, wenn der Arzt– oft auch zu Unrecht – an den digitalen Pranger gestellt wird und rechtswidrige Äußerungen über ihn im Internet verbreitet werden.

Ganz anonym kann ein Patient eine ärztliche Behandlung mit Kommentaren und Schulnoten bewerten und so mit einer schlechten Bewertung und einer miserablen Schulnote der Reputation des jeweiligen Arztes erheblichen Schaden zufügen.

Was ist überhaupt eine rechtswidrige Äußerung?

Jedenfalls eine rechtswidrige Äußerung auf einem Bewertungsportal muss ein Arzt nicht dulden. Vor allem ist es rechtswidrig, wenn der Verfasser mit seiner Bewertung unwahre Tatsachenbehauptungen verbreitet.

Aber nicht nur unwahre Tatsachenbehauptungen sind rechtswidrige Äußerungen, vielmehr sind auch Meinungsäußerungen dann rechtswidrig und können von dem bewerteten Arzt verboten werden, wenn sie Schmähkritik sind und primär auf eine Herabsetzung der Person, nicht auf eine Auseinandersetzung in der Sache zielen.

Nicht mitmachen, geht nicht…

Einfach, um sich gar nicht erst der Gefahr auszusetzen, dass man von unwahren Tatsachenbehauptungen oder Schmähkritik getroffen wird, als Arzt sich von den Bewertungsportalen „abzumelden“, ist nicht möglich. Allein aufgrund des Rechts auf freie Arztwahl in Deutschland ist jeder Arzt dem Wettbewerb ausgesetzt zu welchem eben auch Bewertungsmöglichkeiten auf öffentlich zugänglichen Bewertungsportalen gehören (vgl. BGH, Urteil v. 23.9.2014, Az. VI ZR 358/13).

…Umso wichtiger ist es also, sich zu wehren

Grundsätzlich stehen dem Arzt zunächst gegen den Verfasser der jeweiligen rechtswidrigen Äußerung Ansprüche wegen der Verletzung seines Persönlichkeitsrechts zu ...

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