Zu viel Deutsch gesprochen – Ex Managerin fordert Schadenersatz

von Stephan Weinberger

Jenus Fiouzi war über ein Jahr als Hedgefonds-Managerin bei der Commerzbank in London beschäftigt. Sie fordert nun sieben Millionen Pfund Schadenersatz (9,9 Millionen Euro) von ihrem ehemaligen Arbeitgeber. Der Grund: Die Kollegen hätten zu viel Deutsch gesprochen und sie auch nie zum Drink mit eingeladen. Sie fühlte sich isoliert und unterlegen. Das Arbeitsgericht in London (Central London Employment Tribunal) soll schon bald ein Urteil fällen.

Die 43-Jährige hatte schon vor ihrer Zeit bei der Commerzbank bei bekannten internationalen Bankhäusern, darunter JP Morgan, Citigroup und Crédit Agricole, gearbeitet. Wie die “Welt” berichtet, fing sie im April 2013 bei der Commerzbank London als “Senior FX Hedgefund Salesperson” im Range eines Direktors an. Dabei lag ihre Vergütung pro Jahr bei 130.000 Pfund, rund 183.800 Euro. Ihre Aufgabe war es, sich um die Gewinnung von Neukunden zu kümmern. Gemäß der Zielvereinbarung mit ihrem Arbeitgeber hätte sie bis Ende 2013 fünf neue Kunden gewinnen sollen.

Fiouzi scheiterte mit dieser Vorgabe, die Probezeit wurde auf neun Monate verlängert. Im Frühjahr 2014 erhielt Fiouzi einen Bonus von nur 3000 Pfund, umgerechnet etwa 4240 Euro. Rund 50 Mitarbeiter der Wertpapierabteilung wurden im Zuge einer Kürzungsrunde entlassen, es erwischte auch die Managerin. Nach den Angaben ihres Anwalts Tim Johnson ist sie seit Oktober 2014 arbeitslos. Sie reichte Klage gegen die Commerzbank mit dem Vorwurf der Diskriminierung beim Londoner Arbeitsgericht ein. “Sie hatte die Arbeitsbedingungen bei der Commerzbank schon vorher kritisiert”, äußert sich ihr Anwalt Johnson. “In den Handelssälen in London arbeiten deutlich mehr Männer als Frauen, ihre Kollegen sprachen deutsch, sodass sie das Gesagte nicht verstehen konnte”, gab er gegenüber der “Welt” an ...

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  • Ex-Managerin klagt gegen zu viel Deutsch

    welt.de - 51 Leser, 34 Tweets - Sieben Millionen Pfund Schadenersatz fordert eine Ex-Managerin der Commerzbank in London. Grund: Ihr wurde zu viel Deutsch gesprochen – und die Kollegen hätten sie nie zum Drink eingeladen.

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