Rezension: Das Knast-Dilemma (III)

Bernd Maelicke bekleidete lange Zeit (1990 bis 2005) eine verantwortungsvolle und einflussreiche Position im schleswig-holsteinischen Justizministerium und genoss von Anfang an die Unterstützung seines Ministers Klaus Klingner (SPD). Das stärkte seinen Einfluss zusätzlich und machte Maelicke zu einem big player im nördlichsten Bundesland – auch über die Amtszeit Klingners hinaus. Sein Buch ist auch eine Art Leistungsbilanz. Nicht ohne Stolz erklärt der Autor denn auch:

Seit 1990 konnte durch eine Reform der ambulanten und stationären Resozialisierung in Schleswig-Holstein die Zahl der Gefangenen kontinuierlich weiter abgesenkt werden. Mit einer Quote von vierzig Gefangenen auf hunderttausend Einwohner liegt Schleswig-Holstein heute 50 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt (…) und gilt damit zumindest europaweit als Musterland.

Grundlage für diese positive Entwicklung war und ist eine massive Steigerung der Aktivitäten der Gerichts- und Bewährungshilfe und ein konsequenter Ausbau der Freien Straffälligenhilfe. Damit wurden systematisch die Voraussetzungen verbessert, um die Anzahl der Rückfälle zu verringern. (177)

Ist die Rate der Gefangenen in diesem Bundesland aber wirklich “kontinuierlich” abgesenkt worden? Nach Karen Essig betrug sie 1997 nur 40,2 – laut dem International Centre for Prison Studies aber im November 2014 immerhin 43. Das ist immer noch sehr erfreulich wenig ...

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