Model klagt wegen Kuss-Mund auf Kondomhüllen

von Stephan Weinberger

Zuerst waren es nur Gerüchte, die dann schließlich direkt an die junge Frau, die als Model arbeitet, herangetragen wurden: “Das ist doch dein Kussmund auf der Kondom-Tüte.” Eine markante, fast unverwechselbare Zahnlücke zwischen den vollen roten Lippen brachte den Bekanntenkreis zu dieser Erkenntnis. Dem Richter der 9. Zivilkammer des Landgerichts München I wurde im Prozess “Anschauungsmaterial” auf die Richterbank gekippt.

Zwar handelt es sich nach Angaben des Start-up-Unternehmens um fair und nachhaltig produzierte Kondome, dennoch wollte das junge Model ihren Mund nicht auf der Verpackung sehen, schon gar nicht ungefragt.

“So ein Kuriosum hatten wir auch noch nie”, äußerte der Richter. Diesen Satz nutzte der Geschäftsführer der beklagten Kondom-Firma um sogleich eine ganze Tasche mit den Gummi-Tütchen “als Anschauungsmaterial” auf die Richterbank zu kippen.

Drei Anwälte einer weltweit tätigen Anwaltssozietät mit Milliardenumsatz hatte die Klägerin im Schlepptau, wohl um gleich zu zeigen, dass hier ist keine kleine Sache – sondern ein erheblicher Verstoß gegen meine Persönlichkeitsrechte. Der Beklagte äußerte den viel gefürchteten Satz in Verhandlungen “Es geht mir ums Prinzip”, die Sache schien sich also nicht schnell erledigen zu lassen. Immerhin durften die Juristen robenlos verhandeln – bei gefühlten 37 Grad im Saal.

Im Laufe der Verhandlung wurde klar, dass die Frau als Fotografin und Model in der Club-Szene arbeitet. Demnächst soll sie Schwiegertochter eines der Miteigentümer dieser Wirtschaftskanzlei werden ...

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