Fehlbehandlungen in der Klinik - ein systemisches Problem: 10-07-2015

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, wurde vergangenen Sommer publik, dass es im Klinikum Bayreuth Fehlbehandlungen in der Geburtshilfe, der Kinderklinik und auf der Intensivstation gegeben haben soll. Allerdings haben zwei Expertenkommissionen die Vorwürfe in dieser Form bislang nicht bestätigt, was die Intensivstation betrifft, hieß es, es habe zwar Verfehlungen gegeben, diese seien allerdings eher auf Mängel in der internen Kommunikation zurückzuführen. Die Polizei hat Durchsuchungen durchgeführt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Ein Chefarzt des Klinikums Augsburg erhebt Vorwürfe gegen seine Klink: Er bemängelt chronische Unterbesetzung, fehlende Arbeitsmittel und Hygienemängel. Auch das Klinikum im Mannheim sieht sich erheblicher Kritik ausgesetzt.

Was läuft in deutschen Kliniken eigentlich falsch?

Die Presseberichte über Vorwürfe gegen Klinken häufen sich. Die Zahl der Arzthaftungsverfahren vor deutschen Gerichten steigt seit Jahren kontinuierlich an. Dahinter steckt ein systemisches Problem. In den Neunzigerjahren wurden mehr und mehr Kliniken gegründet und Behandlungskapazitäten geschaffen. Dann überstiegen die Kosten das Budget der Krankenkassen und die Politik beschnitt und begrenzte die Leistungen an die Krankenhäuser (und auch an die niedergelassenen Ärzte). Die Krankenhausverwaltungen mussten also sparen. Dies taten sie dort, wo sie es konnten: beim Personal. Die Zahl der Ärzte, Pfleger und z.B. auch des Reinigungspersonals wurde reduziert. Dabei machten sich die Klinikverwaltungen den Effekt zunutze, dass Ärzte und Pfleger bereit waren und sind, zum Wohl ihrer Patienten unbezahlte Überstunden zu leisten. Dies geht aber zwangsläufig zu Lasten der Behandlungsqualität. Überlastete Ärzte und Pfleger machen Fehler. Sie übersehen Befunde, behandeln unter Stress falsch oder mißachten aus Zeitnot Hygienestandards ...

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