Rettet die Panoramafreiheit! Das EU-Parlament lehnte den Gesetzentwurf heute ab.

von Florian Decker

Seit bekannt wurd, dass die Europäische Union (EU) im Rahmen einer Urheberrechtsreform ihre Abschaffung plante, ist eine heiße Diskussion um die sog. Panoramafreiheit entbrannt. Danach sollte es unzulässig werden, u. a. urheberrechtlich geschützte Gebäude im öffentlichen Raum ohne Einverständnis des Berechtigten zu fotografieren. Dies wäre in herber Schlag für die sozialen Medien, denn Urlaubsbilder und Selfies mit dem Eifeltum oder dem Brandenburger Tor im Hintergund erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Die gute Nachricht: Nachdem der Rechtsausschuss des EU-Parlaments einem entsprechenden Änderungsantrag bereits zugestimmt hatte, lehnte heute das EU-Parlament den Vorschlag mit einer Mehrheit von 379 zu 142 Stimmen ab.

Panoramafreiheit – Was ist das?

In vielen Ländern der EU gilt die Panoramafreiheit. Danach dürfen Gebäude und Kunstwerke, die dauerhaft im öffentlichen Raum stehen, fotografiert werden und diese Fotos dürfen sowohl privat, als auch gewerblich verwendet, veröffentlicht und verbreitet werden.

Berühmte Gebäude, wie das Brandenburger Tor, der Kölner Dom oder der schiefe Turm von Pisa dürfen daher auch ohne Einwilligung möglicher Urheber oder Berechtigter fotografiert werden. Während die Panoramafreiheit in einigen EU-Staaten (so in Deutschland) gilt, gilt sie in anderen EU-Staaten (bbeispielsweise Frankreich) nicht oder nur eingeschränkt.

Das EU-Urheberrecht ist mit seiner Richtlinie aus dem Jahre 2001 stark veraltet. Daher besteht mittlerweile Konsens darüber, dass das Urheberrecht auf EU ebene modernisiert werden muss. Die Abgeordnete Julia Reda (Pirat) verfasste daher Anfang des Jahres einen Bericht über die Lage des Urheberrechts und schlug verschiedene Neuerungen vor. Über die meisten Vorschläge konnten sich die Abgeordneten mit einigen Kompromissen einigen, nicht jedoch über die Panoramafreiheit. Frau Reda schlug in ihrem Bericht vor die Panoramafreiheit in der gesamten EU einzuführen ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK