Kein Schadensersatz für betrunkenen Fußgänger

von Peter Ratzka

Ein erheblich betrunkener Fußgänger haftet unter Umständen allein für einen Unfall mit einem LKW, sodass die Betriebsgefahr des LKW oder ein mögliches Mitverschulden des LKW-Fahrer hinter dem Verschulden des Fußgängers zurückbleibt. Der Fußgänger kann dann seinerseits keinerlei Schadensersatzansprüche durchsetzen (OLG Hamm , Urteil vom 17.04.2015 – 9 U 34/14).

Das Oberlandesgericht Hamm hatte es mit einem Kläger zu tun, der zwischen die Achsen eines Sattelzuges geraten war. Der Kläger war erheblich betrunken, hatte 2,49 Promille Alkohol im Blut. Der LKW-Fahrer hatte seinen Sattelzug gerade langsam in Bewegung gesetzt, als der Kläger, alkoholbedingt offensichtlich etwas zu stürmisch, in Richtung des Sattelzuges ging, sich am Sattelzug mit beiden Händen kurz abstürzte und sodann, da der Sattelzug bereits in Bewegung war, zwischen die Achsen geriet.

Der Kläger versuchte nun Schadensersatzansprüche gegenüber dem Sattelzugfahrer geltend zu machen ...

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