Abmahnung an den Euro: „Tot-Sparen“ als Härte ohne Wahrhaftigkeit

von Dr. Ralf Petring
Kippt der Euro trotz oder wegen seiner Härte?Ich kann mir nicht helfen: Noch vor wenigen Tagen dachte ich, wer auf die griechischen und europäischen Zukunftsfragen eines etwaigen #Grexit mit Sünden des einen oder der anderen Beteiligten aus der Vergangenheit daherkommt, sollte das Lamentieren sein lassen und stattdessen lieber konkrete Lösungswege für die Gegenwart aufzeigen.

Diese meine Meinung war falsch.

Die Mehrheit der in Europa Mächtigen aus Politik und Wirtschaft (einschließlich Banken) sowie Medien haben nämlich die folgenden Wahrheiten aus der Vergangenheit geschickt verdrängt bzw. uns vorenthalten. Diese Wahrheiten können uns für den weiteren Umgang in und mit Europa und Griechenland nicht unberührt lassen:

1. Die einzige erfolgreiche Sparpolitik erfolgte nach der Wiedervereinigung zur Jahrtausendwende, als das damals kriselnde Deutschland mit niedrigen Löhnen durch Exporte in das sonst boomende und hochlohnig agierende Europa sich sanieren konnte. Dies geschah nicht zuletzt in der Weise, dass die deutschen Banken verdienten an Krediten in die südeuropäischen Länder, von wo aus mit den Finanzmitteln dann die Exporte deutscher Niedrig-Lohn-Unternehmen bezahlt wurden. Diese Exporte beschädigten oder zerstörten nicht zuletzt gleichzeitig die Produktion in den südeuropäischen Ländern.


2. Mit Einführung der Währungsunion und des Euro 2002 galten plötzlich alle Staatsanleihen aufgrund ihrer Absicherung durch die europäische Zentralbank als absolut sicher. Das ermöglichte den Banken ein totsicheres Geschäft: Sie liehen sich Unmengen Geld zu niedrigen Zinsen und kauften sich davon grenzenlos Staatsanleihen – so viel nur ging. Die Differenz ergab unanständig hohe Banken-Gewinne. Bis zu den drohenden Staatspleiten, vor denen die Banken nun besonders zittern.


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