Verletzung des Persönlichkeitsrechts durch Bikini-Aufnahme?

von Christopher A. Wolf

Darf die Bild-Zeitung ein Foto veröffentlichen, auf dem eine zufällig in der Nähe eines Prominenten befindliche nicht prominente Person identifizierbar abgebildet ist oder verstößt dies gegen das Allgemeine Persönlichkeitsrecht der Abgebildeten? Der Bundesgerichtshof hatte dies in einem Fall zu entscheiden, bei der eine Frau im Bikini in der Nähe eines Profifußballers aufgenommen wurde.

Die Print- und Onlineausgabe der Zeitung “BILD” berichtete mehrfach über einen Raubüberfall auf einen Profifußballer in El Arenal. Darin heißt es u.a.: “Sonne, Strand, Strauchdiebe. Gestern sahen wir Star A (25) in pikanter Frauen-Begleitung am Ballermann. Jetzt wurde er Opfer einer Straftat.”

Diesem Artikel war das beanstandete Foto des prominenten Kickers am Ballermann beigefügt. Im Hintergrund sind mehrere Personen auf Strandliegen zu sehen, u.a. auch die nun klagende Dame im Bikini. In einem weiteren Artikel wurde ein noch größerer Ausschnitt der Frau auf der Webseite der “BILD” veröffentlicht.

Die in Badekleidung abgebildete Frau nimmt die Bild-Zeitung wegen unzulässiger Veröffentlichung eines Fotos auf Unterlassung, Entfernung des Fotos und die Zahlung einer angemessenen Entschädigung in Anspruch.

Entscheidung des Gerichts

In seinem Urteil vom 21.04.2015 – Az. VI ZR 245/14 – entschied der Bundesgerichtshof, dass die Veröffentlichung des Bildes unzulässig war.

Bildveröffentlichungen einer Person dürften grundsätzlich nur mit deren Einwilligung verbreitet werden ...

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