Datenschutz in der Pfarrei – Teil 3: Gesichtserkennung im Gotteshaus

von Dr. Sebastian Ertel

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor:

Sonntag 13 Uhr, Sie sitzen mit Ihrer Familie gemütlich beim Mittagessen. Plötzlich klingelt das Telefon. Der Pfarrer Ihrer Gemeinde ruft an und erkundigt sich, ob alles in Ordnung sei, schließlich war die gesamte Familie zum wiederholten Male dem Gottesdienst ferngeblieben. Auf Nachfrage erklärt er, dass er gerade die Auswertung des Programmes „Churchix“ vor sich hat und kein Familienmitglied als anwesend identifiziert wurde.

Fiktion oder Realität?

Nach einem Artikel des Spiegels online hat das israelische IT-Unternehmen Face-Six mit „Churchix“ ein Programm entwickelt, welches die Gemeindemitglieder per Gesichtserkennung erfasst und Besucherzahlen statistisch auswertbar macht. In einem Interview gegenüber ChurchMag erklärte Face-Six-CEO Moshe Greenshpan

“Reactions [to Churchix] are simply overwhelming. Churches we spoke with are saying it’s like a dream come through. Imagine the effort required to manually track the attendance of 100 or 500 members.“

Im Vordergrund soll dabei nicht die Überwachung von Kirchenräumen stehen, sondern die Erfassung, wer tatsächlich an den Gottesdiensten teilnimmt. Voraussetzung für eine Erfassung soll die freiwillige Anmeldung der Gemeindemitglieder bei Churchix sein. Die Software ermöglicht zwei Erfassungen: Live-Abgleich oder Auswertung einer Videodatei.

Personen, die nicht an Churchix aber am Gottesdienst teilnehmen, werden gleichwohl von der Software erfasst, als „unbekannt“ dokumentiert und einer manuellen Bearbeitung/Zuordnung zugeführt. Der Erfassung kann man sich somit nur durch ein Fernbleiben des Gottesdienstes entziehen.

Und in Deutschland vorstellbar?

Aufgrund ihres Selbstverwaltungsrechts haben die evangelische und die katholische Kirche in Deutschland ein eigenständiges Datenschutzrecht, welches sich jedoch an den europäischen Datenschutzvorgaben messen muss ...

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  • Software für Kirchen: Gesichtserkennung im Gottesdienst

    spiegel.de - 36 Leser, 70 Tweets - Überwachungssoftware soll es Kirchen leichter machen herauszufinden, wer in ihre Gottesdienste kommt. Gemeindemitglieder sollen per Gesichtserkennung erfasst, Besucherzahlen statistisch auswertbar werden.

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