Der videoüberwachte Festivalbesuch

von Jan Thode

Wer ein Festival besucht, rechnet mit vielem – mit brütender Hitze und weit und breit ist kein Schatten zu finden. Oder mit strömendem Regen Tag und Nacht und Wasser in den Stiefeln. Nicht aber damit, von der Polizei unbemerkt per Video beobachtet und dabei zugleich einer Gesichtserkennung unterzogen zu werden.

Ungewollte Zeugen dieses Szenarios wurden kürzlich die Besucher des Download-Festivals im Donington Park. Das Festival findet seit 2003 statt. Auf mehreren Bühnen treten weit über 100 Bands vor rund 90.000 Zuschauern auf.

Die Polizei der Grafschaft Leicestershire nutzte das Festival, um eine neue Technologie auszuprobieren. Die Besucher des Festivals wurden zunächst an strategischen Punkten mit Videokameras erfasst. Im Hintergrund lief eine Gesichtserkennungssoftware. Diese glich die Gesichter der erfassten Personen mit einer Datenbank für europäische Straftäter ab. Einen konkreten Anlass für diese Maßnahme gab es nicht.

Nach Angaben der Polizei sollten mithilfe der Gesichtserkennung Straftäter gefasst werden, die es zum Beispiel auf den Diebstahl von Mobiltelefonen abgesehen haben. Hierzu war es nach Auffassung der Polizei notwendig, das Projekt vorab geheim zu halten. Festivalbesucher und Öffentlichkeit sollten erst im Nachhinein informiert werden.

Die Polizei von Leicestershire feiert den Einsatz der Gesichtserkennungssoftware als Erfolg. Auf dem Download-Festival habe es keine besonderen Vorfälle und allgemein nur wenige Straftaten gegeben. Dies führt die Polizei selbstredend auch auf den Einsatz der Gesichtserkennungssoftware zurück. Sie fügt hinzu, dass es nur eine minimale Chance von weniger als 0,2 Prozent gegeben habe, von dem System irrtümlich als Straftäter erkannt zu werden. Die aufgezeichneten Daten seien am Ende der Veranstaltung vernichtet worden ...

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