Wiedereinführung der automatischen Gesichtserkennung bei Facebook?

von Clemens Grünwald

Die Gesichtserkennung bei Facebook ist kein neues datenschutzrechtliches Phänomen, sondern sorgt bereits seit dem Jahr 2010 für datenschutzrechtlichen Diskussionsstoff (wir berichteten). Im Jahr 2012 erließ der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz eine Verwaltungsanordnung gegen Facebook, die das Unternehmen verpflichtete, das Verfahren der Gesichtserkennung datenschutzkonform zu gestalten. Dies betraf vor allem die aktive Zustimmung bereits registrierter Nutzer zur Erzeugung und dauerhaften Speicherung biometrischer Profile sowie eine umfassende Aufklärung der Nutzer über die Risiken der automatischen Gesichtserkennung. Angesichts einer breiten Kritik in der Öffentlichkeit führte dies dazu, dass Facebook die Gesichtserkennungsfunktion in Europa abschaltete und bis zum 15. Oktober 2012 alle hierfür angelegten Profile löschte. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass umgehend ein neues Verfahren eingeleitet werde, wenn die Gesichtserkennung unter Außerachtlassung der deutschen und europäischen Datenschutzvorgaben erneut eingeführt werden sollte.

Erneuter Anlauf in Europa

Nunmehr möchte Facebook seine neue Foto-App „Moments“ anbieten, die es den Nutzern erleichtern soll, unabhängig von der Facebook-Webseite Bilder untereinander zu teilen. Bilder, die beispielsweise anlässlich einer Reise gemacht werden, sollen anhand des Aufnahmeorts und des Zeitpunkts automatisch einer privaten Gruppe zugeordnet werden, die den Reiseteilnehmern über die Moments-App zugänglich ist und über die sich die Bilder innerhalb der Gruppe austauschen lassen.

Zusätzlich möchte Facebook den fotografierten Gesichtern deren Facebook-Profile zuordnen. Dieser Abgleich im Sinne einer standardmäßigen Gesichtserkennung ohne eine vorherige Opt-in-Entscheidung der Nutzer steht im Widerspruch zum EU-Datenschutzrecht ...

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