Fehlgeschlagenes Abschiedsritual eines Herrchens mit seinem Hund ein Arbeitsunfall ?

von Andreas Stephan

Ob ein fehlgeschlagenes Abschiedsritual eines Herrchens mit seinem Schäferhund einen Arbeitsunfall darstellen kann, musste das Landessozialgericht Sachsen-Anhalt in der Berufung entscheiden, nachdem Krankenkasse und Sozialgericht dies abgelehnt hatten.

Ein Versicherungsvertreter verließ morgens sein Haus, um mit dem Auto zur Arbeit zu fahren. Er pfiff nach seinem Hund, der angerannt kam und ihn versehentlich umstieß. Die Folge war eine Knieverletzung. Die Berufsgenossenschaft lehnte die Anerkennung als Arbeitsunfall ab, weil das Verabschieden vom Hund nicht zu dem versicherten Arbeitsweg gehöre. Die dagegen erhobene Klage hatte Erfolg. Nach Auffassung der Richter habe sich der Unfall auf dem unmittelbaren Weg zur Arbeit ereignet. Die Verabschiedung vom Hund sei nur eine unerhebliche und geringfügige Unterbrechung des Arbeitswegs gewesen.

Das Berfungsurteil führte hierzu wie folgt aus:

“Die Beteiligten streiten darüber, ob das Ereignis vom 2. Juni 2010 als Arbeitsunfall anzuerkennen ist. Am Unfalltag verließ der Kläger morgens das Haus, um in sein Büro zu fahren. Nach dem Arztbericht kam auf dem Weg zu seinem PKW sein eigener Hund angerannt, stieß in vollem Lauf an das rechte Knie des Klägers und brachte ihn zu Fall. Dieser hatte anschließend Schmerzen im rechten Knie außen und im linken Fuß, woraufhin er den Arzt aufsuchte. Dieser diagnostizierte freie Gelenkkörper im Kniegelenk rechts und stellte weiter die Diagnose Kontusion im oberen Sprunggelenk links.

Gegenüber der Krankenkasse schilderte der Kläger den Unfallhergang wie folgt: “Auf dem Weg zum Auto sah ich von weitem meine Frau mit unserem Schäferhund aus dem Wald kommen. Zum Abschied zur Arbeit pfiff und rief ich den Hund zu mir. Der kam dann auch in vollem Lauf angerannt. Da der unbefestigte Weg vom Regen nass war, bremste der Hund offensichtlich nicht und wollte an mir vorbei rennen, leider lief er mir seitlich gegen das rechte Knie” ...

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