OLG Koblenz: Ersatz fiktiver Reparaturkosten auch bei Reparatur durch Familienangehörige

von Alexander Gratz

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Nach Ansicht des OLG Koblenz besteht auch dann ein Anspruch auf Ersatz fiktiver Reparaturkosten, wenn die Geschädigte ihr Fahrzeug unentgeltlich durch ihren Schwiegervater und einen Freund ihres Lebensgefährten reparieren lässt. Ähnlich wie bei einer Reparatur durch den Geschädigten selbst, bei der ein solcher Anspruch anerkannt sei, würde der Schädiger durch den überobligationsmäßigen Verzicht nicht von seiner Schadensersatzpflicht befreit (Urteil vom 11.05.2015, 12 U 911/14).

Die Berufung hat Erfolg. Die Klägerin hat gemäß den §§ 7, 18 StVG einen Anspruch gegen die Beklagten auf Zahlung weiterer 10.015,00 €. Die Klägerin hat einen Anspruch auf Ersatz der fiktiven Reparaturkosten. Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs steht dem nicht entgegen.

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass sich auch im Rahmen einer fiktiven Abrechnung der zur Herstellung erforderliche Geldbetrag auf die tatsächlich angefallenen Bruttokosten beläuft, wenn der Geschädigte einen Kraftfahrzeugschaden sach- und fachgerecht reparieren lässt und die von der beauftragten Werkstatt berechneten Reparaturkosten die von dem eingeschalteten Sachverständigen angesetzten Kosten unterschreiten (NJW 2014, 535) ...

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