Zschäpe Antrag: Die Möchtegern-Juristin

von Holger Schmidt

Freundliche Grüße von Zschäpe: Sturm soll gehen

Diese Woche gab es mal wieder viel Ärger im NSU-Prozess und einen neuen Entpflichtungsantrag von Beate Zschäpe gegen eine ihrer Verteidiger. Die Aktion hat den Prozess mal wieder aufgehalten., aber es gibt auch eine kleine gute Nachricht: Immerhin scheint Beate Zschäpe ihren Anwälten minimal zuzuhören, jedenfalls, was deren Wortwahl angeht. Denn ihr Antrag auf Entpflichtung der Pflichtverteidigerin Anja Sturm ist in einem Duktus geschrieben, der an die Anträge ihrer Verteidiger erinnert: Eine entpersönlichte, manchmal etwas umständlich und gestelzte Sprache mit allerhand juristsicher Termini. So versucht es nun auch Beate Zschäpe und es gerät unfreiwillig etwas komisch. Ihr dreiseitiger handschriftlicher Antrag liegt mir vor. Er dürfte wenig Aussicht auf Erfolg haben. Denn inhaltlich hat sie offenbar wenig verstanden.

Beate Zschäpe beklagt im Kern zwei Dinge: Rechtsanwältin Anja Sturm (Köln) sei in der Hauptverhandlung unvorbereitet und habe in Fragen an Zeugen Informationen einfliessen lassen, die Zschäpe ihr streng vertraulich gegeben habe (woraus man immerhin ablesen kann, dass Zschäpe ihren Verteidigern überhaupt relevante Dinge sagt – was mir bislang nicht gesichert schien).

Zschäpe begründet beide Punkte vage. So soll ihr einmal eine Frage von Anja Sturm merkwürdig vorgekommen sein und Mitverteidiger Wolfgang Heer habe ihr dazu gesagt, er könne sich die Frage auch nicht erklären, sie möge doch bitte Rechtsanwältin Sturm selbst fragen. Was das interne Wissen gewesen sein soll, sagt sie nicht, räumt aber selbst ein, dieses Wissen in einer Frage sei für Aussenstehende nicht erkennbar gewesen.

Trotzdem sieht sie sich so sehr in ihrer Verteidigung beeinträchtigt, dass sie Anja Sturm loswerden will ...

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