Sex im Erlebnisbad

von Mirko Laudon

Ein junges Pärchen hatte den Begriff „Erlebnisbad“ wohl überinterpretiert, als sie Weihnachten 2014 in einem Augsburger Schwimmbad in vergnüglicher Zweisamkeit erwischt worden sein sollen. Der Bademeister war darüber ganz und gar nicht amüsiert und erstattete Strafanzeige. Ausgerechnet in der „Erlebnisgrotte“ der Therme im Augsburger Vorort Neusäß soll es zwischen den 18 und 19 Jahre alten Heranwachsenden zu sexuellen Handlungen gekommen sein.

Vom Jugendrichter gab’s a deft’ge Strafe

Und weil in Bayern noch Zucht und Ordnung herrscht, verstand auch der Jugendrichter keinen Spaß und verhängte Jugendarrest gemäß § 16 JGG wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses: zwei Wochen Dauerarrest für den 19-jährigen und einen Freizeitarrest, der umgangssprachlich auch Wochenendarrest genannt wird, für seine 18-jährige Freundin. Mit dieser Bestrafung überbot er sogar den Antrag der Staatsanwaltschaft.

Eine Badetherme ähnlich dem vermeintlichen Tatort // Foto: Karl-Heinz Liebisch / pixelio.de

Erregung öffentlichen Ärgernisses

Ein öffentliches Ärgernis erregt, wer öffentlich sexuelle Handlungen vornimmt und dadurch absichtlich oder wissentlich ein Ärgernis erregt. Für die Öffentlichkeit der nach dem äußeren Erscheinungsbild sexualbezogenen Handlung ist es tatsächlich ausreichend, wenn die Handlung von mindestens einer Person wahrgenommen wird ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK