Rentierlichkeitsberechnung in der Anlageberatung

Im Rahmen der Anlageberatung besteht nur ausnahmsweise eine Pflicht der Bank zur Aufstellung einer Rentierlichkeitsberechnung1.

Eine derartige Pflicht besteht im Rahmen der Anlageberatung allenfalls in Ausnahmefällen. Der gleichzeitige Kauf- und Verkauf von Anlagen rechtfertigt es nicht, der beratenden Bank eine derartige Verpflichtung aufzuerlegen. Auch aus der Tatsache, dass die beiden hausInvest Fonds Zielfonds des PMIA waren, folgt keine Verpflichtung der Bank, den Anleger zu der Rentierlichkeit des Kaufs der PMIA Anteile zu beraten.

Zu Rentierlichkeitsberechnungen ist der Anlageberater regelmäßig nicht verpflichtet. Seine Verpflichtungen haben zum Ziel, den Anleger in die Lage zu versetzen, in Kenntnis sämtlicher für die Anlageentscheidung relevanten Umstände eine eigenständige Anlageentscheidung zu treffen. Rentierlichkeitsberechnungen und -prognosen sind hingegen immer mit dem Risiko einer abweichenden negativen Entwicklung behaftet. Dieses Risiko gehört zum Allgemeinwissen und bedarf keiner besonderen Aufklärung durch die beratende Bank2. Da die Rentierlichkeit sich ohnehin nicht sicher prognostizieren lässt und dies keiner Aufklärung bedarf, besteht auch keine Verpflichtung der beratenden Bank, dem Kunden die Rentierlichkeit seines Investments vor Augen zu führen. Anderes gilt nur, wenn die Bank durch bewusste Strukturierung des Anlageprodukts in einen schwerwiegenden Interessenkonflikt gerät, der das Beratungsziel in Frage stellt und die Kundeninteressen gefährdet3. Vielmehr ist es ureigene Aufgabe des – umfassend informierten – Anlegers, für sich selbst eine individuelle Rentierlichkeitsentscheidung zu treffen.

Für den hier vorliegenden Fall einer gleichzeitigen Verkaufs- und Kaufempfehlung gilt im Grundsatz nichts anderes4 ...

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