Nun wird's sozial: Opferbetreuung (3)

von Joachim Breu
Kommenden Mittwoch, 17.06.2015, wird der zuständige Ausschuss des Bundestages Sachverständige zum geplanten 3. OpferRRG (BT-Drs. 18/4621) anhören; wer teilnehmen möchte, sollte sich anmelden. Der Entwurf stützt sich formell auf die EU-Richtlinie 2012/29/EU und wird für in derartigen Fällen Verurteilte eine deutliche Erhöhung der Gerichtskosten bewirken (neue Tatbestände unter Nrn. 3150 - 3152 GKG). Ich erwarte und befürchte dadurch mittelbare Auswirkungen auf die bisherige Praxis einer Nebenklage-Beiordnung in Fällen, wo es auf die Zumutbarkeit ankommt, insbesondere in den von § 397a Abs. 2 StPO erfassten Tatbeständen.
Als Hamburger bin ich von der Zeug/inn/en-Betreuung als öffentlicher Einrichtung verwöhnt; in anderen Gerichtsbezirken greift die Justizverwaltung stärker noch auf freiwillige und ehrenamtliche Helfer zurück, teils werden Opfer-Hilfseinrichtungen Räume und Sachmittel gestellt - dass ein Bedarf besteht und ihn zu decken eine öffentliche Aufgabe ist, kann also dem Grunde nach als anerkannt gelten. Nicht anerkannt ist bisher, dass und wie solche Hilfen zu finanzieren sind - falls jemand dazu mehr weiß, zum Beispiel wo eine institutionelle Förderung des Weißen Ring e.V. oder der Opferhilfe-Stiftungen (Niedersachsen, Mecklenburg u.a.m.) durch Landesmittel geschieht, mag er/sie das gerne ergänzen.

Als problematisch wird angesehen, dass eine effektive, psychosoziale Unterstützung von Straftat-Verletzten häufig dem Zufall oder individuellen Kompetenzen eines Ehrenamtlichen überlassen wird nach dem Prinzip Hoffnung. Die dem Gesetz perspektivisch folgende Gründung öffentlicher, d.h ...Zum vollständigen Artikel

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