Göppinger Polizist verschickte „Sieg Heil” Botschaften – ohne größere Folgen

von Holger Schmidt

09.06.2015, von Holger Schmidt

Der NSU-Untersuchungsausschuss in Baden-Württemberg hat sich erst gestern mit den schwäbischen Ableger des rassistischen Geheimbunds „Ku-Klux-Klan” (KKK) beschäftigt. Es ist gleichermaßen Skandal, dass sich deutsche Polizeibeamte diesem Bund angeschlossen haben – und hinterher fast ohne Konsequenzen und allenfalls mit einem hellblauen Auge aus der Affäre kamen, weil man ihnen Naivität und unreflektierte Abenteuerlust abnahm. Härtere Konsequenzen hätten hier Not getan – aber damit scheint sich die baden-württembergische Polizei häufiger schwer zu tun, wie ein anderer, bislang unbekannter Fall aus Göppingen zeigt:

Im Jahr 2012, während der laufenden NSU-Ermittlungen (aber wohl ohne direkten Bezug dazu), schickte ein Beamter der damaligen Polizeidirektion Göppingen (heute: Polizeipräsidium Ulm) anderen Polizeibeamte erstaunliche SMS-Nachrichten. Einerseits Textfragmente von Liedern der Rechtsrock-Band „Landser“, die nach einem Urteil des Berliner Kammergerichts eine kriminelle Vereinigung ist und deren Alben indiziert wurden. Vor allem aber sorgte die Parole „Heil und Sieg und fette Beute! Ein dreifaches Sieg-Heil!“ unter Kollegen für Gesprächsstoff. Allerdings: Folgen hatten diese SMS zunächst wohl nicht.

Erst als sich der Fall bis zum (damaligen) Landespolizeipräsidium herumsprach, kam Bewegung in die Sache. „Wir mussten die Kollegen vor Ort zum Jagen tragen“, sagt mir ein Insider. Doch, nachdem sie „auf der Spur waren“, hätte die Polizeidirektion „des Guten zu viel“ gemacht ...

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