Fa. Gold Aktie SE verliert Prozess vor AG Augsburg

von RAin Lachenmann

Das Amtsgericht Augsburg (Az: 25 C 1104/15) hat in einem sehr fundierten Urteil vom 26.5.2015 in einer von meiner Kanzlei betriebenen Klage die Fa. Gold Aktie SE verurteilt, die von meinem Mandanten bezahlten Raten auf ein angeblich abgeschlossenes partiarisches Darlehen und vorgerichtliche Anwaltskosten an meinen Mandanten zu erstatten.

Vorgehensweise der Gold Aktie SE: Mein Mandant, ein Verbraucher, wird mit einem unzulässigen Werbeanruf überzogen („Cold Call“). Der Mitarbeiter der Fa. Gold Aktie SE behauptet, der Verbraucher habe ein Gutachten bei „Lotto X“, im entschiedenen Fall über € 1.050. Wenn er noch ein paritätisches Darlehen bei Gold Aktie in Höhe von € 2.050 aufnehme, könne er Aktien erwerben mit unglaublichen Gewinnmargen. Der Verbraucher wird von dem geschulten Call-Center-Mitarbeiter überredet, sich Unterlagen zusenden zu lassen, er könne sich dann „in Ruhe vier Wochen“ überlegen, ob er das Angebot annehmen wolle. Wenn er das Angebot nicht annehmen wolle, solle er nur kurz Bescheid geben. Das Einverständnis des Gesprächs wird dann noch gleich auf CD aufgenommen – natürlich nicht, ohne den Verbraucher zu fragen, ob er mit der Aufnahme einverstanden sei.

Die Unterlagen, die der Verbraucher wenige Tage später von Gold Aktie SE zugesendet bekommt, enthalten dann gleich die Vertragsbedingungen und eine Widerrufsbelehrung. Antwortet der Verbraucher nicht, bekommt er nach Ablauf der Widerrufsbelehrung die Mitteilung, dass der Vertrag am Telefon geschlossen worden sei und er die vereinbarten Raten bezahlen müsse.

Ich habe den Vertrag angefochten und mich auf die Unzulässigkeit der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) berufen. Nachdem Gold Aktie SE sich weigerte, den Betrag zu erstatten, habe ich die Gold Aktie SE vor dem Amtsgericht Augsburg verklagt ...

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