Berichte aus der Parallelwelt, Teil 5 – Klage geblockt

von Katharina Reber

Berichte aus der Parallelwelt, Teil 5 – Klage geblockt

Von Katharina Reber, 8. Juni 2015

Wer kennt das nicht? Der hilflose Endverbraucher öffnet ein neues Browserfenster und wird von Werbeanzeigen und Pop-Up Fenstern belästigt. Meistens durch Cookies genau auf das Profil des Kunden und seinen Onlineshop aufrufen zugeschnitten. Die meisten Internetnutzer empfinden diese personalisierte Werbung jedoch eher als störend oder sehen ihr ohnehin ungesundes Kaufverhalten damit unterstützt (die Autorin möchte hier jeden Bezug zur eigenen Person ausschließen).

Programme wie AdblockPlus, die diese Probleme für den Endverbraucher beseitigen, schaffen Abhilfe. Ein Download und ein paar Häkchen später sieht man seine Websites Werbe- und Pop-Up-Fenster-frei und kann surfen, ohne dem jeweiligen Website-Betreiber Geld in die Tasche zu spielen. Quasi.

Denn auch ein Unternehmen wie Eyeo, das hinter Adblock Plus steht, muss Geld verdienen. Deswegen hat es eine Whitelist für seinen Werbeblocker erstellt.

Ein Platz auf der Whitelist sichert einem Unternehmen seine Werbeanzeigen auf Bildschirmen von AdblockPlus Nutzern. Für Blogs und kleinere Unternehmen ist ein Platz auf der Whitelist kostenlos. Großunternehmen wie Google müssen zahlen und geben 30% ihrer Werbeeinahmen an Eyeo ab.

ProSiebenSat1 und RTL klagen

ProSiebenSat1 und RTL finden diese Geschäftspolitik widerrechtlich und klagten vor dem Landgericht München gegen Eyeo und seinen Werbeblocker. Da Eyeo jedoch nicht gezielt gegen die Websites der Kläger vorgeht- dies sei Voraussetzung für einen Unterlassungsanspruch nach dem Wettbewerbsrecht- wurde die Klage abgewiesen.

Eyeo habe keine marktbeherrschende Stellung und die Kläger noch genügend „alternative Handlungsspielräume“ ...

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