Ausführen eines Hunderudels aus Gefälligkeit und die Verkehrssicherungspflichten

von Martina Schlosser

Mit der Frage der Haftung einer Person, die mehrere (fremde) Hunde ausführt, hat sich das Oberlandesgericht Hamm als Berufungsinstanz beschäftigt.

Die Beklagte führte drei angeleinte Hunde aus, neben ihrem eigenen Schäferhund aus Gefälligkeit einen Boxermischling und den Cane Corso eines Bekannten. Der Cane Corso sprang die Klägerin überraschend an, als die Klägerin die Beklagte mit den Hunden passieren wollte. Die Klägerin erlitt Schürfwunden und unter ihrem Auge eine kleinere blutende Ges ichtsverletzung, die unter Narbenbildung verheilte.

Das Oberlandesgericht Hamm ist in seienr Entscheidung zu dem Ergebnis gekommen, dass die Verkehrssicherungspflicht desjenigen, der lediglich aus Gefälligkeit einen Hund ausführt, durch die Vorschriften des LHundG NRW konkretisiert wird. So sind Hunde gem. § 2 Abs. 1 LHundG im Sinne einer allgemeinen – also eben nicht auf Hundehalter oder (vertraglich gebundene) Hundeaufseher beschränkten – Pflicht so zu beaufsichtigen, dass von ihnen keine Gefahr für Leben und/oder Gesundheit von Menschen ausgeht.

Das gleichzeitige Ausführen von 3 Hunden, die nicht zu den kleineren Rassen zählen (sog. „Rudelführung“), ist zwar nach dem LHundG nicht unzulässig oder verboten, aber nach Lage der Verhältnisse geeignet, das Gefährdungspotential für Dritte zu erhöhen.

Das Gericht hat die angefochtene Entscheidung des Landgerichts Dortmund damit inswoeit bestätigt, als darin festgestellt wurde, dass keine Ansprüche der Klägerin gem. §§ 833 S. 1, 834 S. 1 BGB gegen die Beklagte bestehen, da diese weder Tierhalterin noch Tieraufseherin bezüglich des betroffenen Hundes der Rasse Cane Corso war.

Die Klägerin hat aber, so nun das Oberlandesgericht, gegen die Beklagte einen Anspruch auf Ersatz des ihr entstandenen Schadens gem. § 823 Abs. 1 BGB ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK