Weggesperrt und abgehakt

von Mirko Laudon

Die Jus­tiz macht Feh­ler – das ist wohl kaum ab­zu­strei­ten. Un­schul­dige wer­den „im Na­men des Vol­kes“ ver­ur­teilt und lan­den – manch­mal für sehr lange Zeit – im Ge­fäng­nis. Die Re­vi­sion kann das Fehl­ur­teil den Ur­teils­grün­den häu­fig nicht ent­neh­men. Die letzte Hoff­nung schwindet.

Ein Alp­traum beginnt

Wenn sich das erste Mal die Ge­fäng­nis­pforte oder Zel­len­tür hin­ter ei­nem schließt, be­ginnt nicht sel­ten ein Alp­traum für die Ver­ur­teil­ten. Man weiß selbst, dass man un­schul­dig ist, nur kei­ner glaubt ei­nem. Die Ur­sa­chen für Fehl­ur­teile sind viel­fäl­tig und rei­chen von Irr­tü­mern über­eif­ri­ger oder über­las­te­ter Po­li­zei­be­am­ter, Staats­an­wäl­ten so­wie Rich­tern über me­tho­disch feh­ler­hafte Gut­ach­ten von Sach­ver­stän­di­gen oder schlam­pige, feh­ler­hafte Er­mitt­lun­gen bis zu fal­schen „Ge­ständ­nis­sen“ von un­schul­dig Be­schul­dig­ten. Für ein fal­sches Ge­ständ­nis gibt es zahl­rei­che Mo­ti­va­tio­nen: Das Ge­richt soll milde ge­stimmt wer­den, um zu ei­nem eher gnä­di­gen Ur­teil zu kom­men oder die Haft­zeit soll ver­kürzt wer­den. Denn als Tat­leug­ner sitzt man die Frei­heits­strafe häu­fig bis zum letz­ten Tag ab, wäh­rend an­dere be­reits nach Ver­bü­ßung von zwei Drit­teln die JVA ver­las­sen kön­nen. Haft­er­leich­te­run­gen blei­ben dem Tat­leug­ner eben­falls verwehrt.

Ist Jus­ti­tia, die Göt­tin der Ge­rech­tig­keit wirk­lich im­mer ge­recht? // Foto: ZDF / Phi­lip Bi­en­mül­ler / EXIT

Das Fehl­ur­teil und seine Opfer

Der Jour­na­list An­dreas Baum hat ei­nige Fehl­ur­teile ge­nauer re­cher­chiert, spricht mit Rechts­an­wäl­ten, Ju­ris­ten und Be­trof­fe­nen ...

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