Haftentlassung dank Verfahrensfehlers

Haftentlassung dank Verfahrensfehlers

Ein Beschuldigter erlebte in einem Haftanordnungsverfahren ein Wechselbad der Gefühle. Nachdem der Haftantrag der Staatsanwaltschaft erstinstanzlich abgewiesen wurde, gelang es der Staatsanwaltschaft, den Entscheid im Rechtsmittelverfahren zu drehen. Dabei hat sich die Staatsanwaltschaft aber nicht an die vom Bundesgericht aufgestellten Verfahrensregeln gehalten (vgl. BGE 138 IV 92 E. 3.3 sowie BGE 138 IV 148 E. 3.3). Anstatt umgehend das ZMG über die geplante Beschwerde zu informieren, begnügte sich die Staatsanwaltschaft mit einem E-Mail an die Verwaltung des Gefängnisses.

Das Bundesgericht ordnete deshalb wie ursprünglich bereits das ZMG die Freilassung der beschuldigten Person an (BGer 1B_158/2015 vom 26.05.2015):

L’obligation faite au Ministère public d’annoncer son intention de recourir est justifiée par la précarité du prolongement de la détention en présence d’une décision de libération. C’est en effet en vertu du droit du prévenu à une libération immédiate au sens de l’art. 226 al. 5 CPP que la jurisprudence a constaté qu’une telle annonce s’imposait (ATF 138 IV 92 consid. 3.3 p. 97) ...Zum vollständigen Artikel


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