Was ist eigentlich ein Tagessatz?

von Mirko Laudon

Im Strafrecht werden Geldstrafen in Tagessätzen berechnet und verhängt, § 40 StGB. Ziel ist es, Menschen mit unterschiedlichem Einkommen im Urteil verhältnismäßig trotzdem gleich zu bestrafen. Dementsprechend wird im Urteil die Anzahl der Tagessätze und deren Höhe angegeben. Die Anzahl kann zwischen fünf und höchstens dreihundertsechzig volle Tagessätze betragen.

Die Anzahl der Tagessätze

Die Zahl der abgeurteilten Tagessätze bemisst sich nach der individuellen Schuld des Täters. Es bleibt das Einkommen des Angeklagten außer Betracht, so dass die Anzahl der Tagessätze bei jedem Täter gleich sein sollte und nur durch die Grundsätze der Strafzumessung gem. § 46 StGB bestimmt wird. So haben sich – regional unterschiedliche – Sätze herausgearbeitet, was einen Beschuldigten im Falle seiner Verurteilung erwartet. So beträgt das Strafmaß in etwa

  • Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, § 113 StGB: 10–40 Tagessätze
  • Hausfriedensbruch, § 123 StGB: bis 15 Tagessätze (Verweisung auf Privatklageweg)
  • Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, § 142 StGB: (nach Schadenshöhe) 10–50 Tagessätze
  • Beleidigungsdelikte, §§ 185 ff.StGB: 15–20 Tagessätze
  • Körperverletzung, § 223 StGB: 30–60 Tagessätze
  • Nötigung, § 240 StGB: 10–30 Tagessätze
  • Diebstahl, § 242 StGB: (nach Wert des Entwendeten) 5–30 Tagessätze
  • Unterschlagung, § 246 StGB: (geringwertiger Sachen) ab 5 Tagessätze
  • Betrug, § 263 StGB: (geringwertiger Sachen) 5–20 Tagessätze
  • Erschleichen von Leistungen, § 265a StGB: 5–20 Tagessätze
  • Sachbeschädigung, § 303 StGB: (geringer Schaden) 5–20 Tagessätze

Was noch als geringwertig anzusehen ist, wird unterschiedlich beurteilt (häufig bis ca. 50 Euro) ...

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