Urteil zu Burn-out-Syndrom - Berufsunfähigkeitsversicherung muss zahlen

Ein Beitrag von anwalt.de Urteil zu Burn-out-Syndrom - Berufsunfähigkeitsversicherung muss zahlen Burn-out und Depressionen haben Rückenerkrankungen als Grund für die Berufsunfähigkeit vieler Menschen mittlerweile überholt. Vergleichsweise häufiger verweigern Berufsunfähigkeitsversicherungen jedoch ihre Leistung, wenn jemand nicht mehr so wie einst arbeiten kann. Schwierige Feststellung

Ein wesentlicher Grund dafür ist die schwierigere Feststellung des seelischen Leidens. Burn-out gilt in der Medizin nicht als Krankheit. Als Syndrom fehlt ihm ein bestimmtes Krankheitsbild. Entstehung und Entwicklung sind unklar. Burn-out klassifiziert die Weltgesundheitsorganisation daher auch als Problem der Lebensbewältigung.

Das Ausgebranntsein ist durch verschiedene Symptome wie Erschöpfung, Gereiztheit und Gleichgültigkeit gekennzeichnet. Nicht selten geht es mit weiteren Krankheiten einher wie insbesondere einer Depression. Burn-out bildet insofern eine Zusatzdiagnose. Diese Umstände erschweren die Feststellung einer durch Burn-out bedingten Berufsunfähigkeit. Dennoch kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung zur Leistung verpflichtet sein. Denn als Krankheit im Sinne der Berufsunfähigkeitsversicherung gilt jeder körperliche oder geistige Zustand, der vom normalen Zustand so stark und nachhaltig abweicht, dass er geeignet ist, die berufliche Leistungsfähigkeit dauerhaft auszuschließen oder zu beeinträchtigen. Des Weiteren kann eine Berufsunfähigkeit auch auf Kräfteverfall beruhen.

Versicherungsbedingungen entscheidend

Die Leistungspflicht knüpft sich dabei an die jeweiligen Versicherungsbedingungen. Die existierenden allgemeinen Bedingungen für die Berufsunfähigkeitsversicherung sind insofern nicht verbindlich. Gute und weniger gute Angebote prägen auch hier den Markt. Entsprechend hängt es wesentlich von der Versicherung ab, ob Burn-out-Betroffene Versicherungsleistungen erhalten.

In einem vom Landgericht München I (Urteil v ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK