Die steuerliche Abzugsfähigkeit von Computer-Hardware (Teil I)

von Andre Ossinger

Ist das Thema eigentlich noch interessant? Rechtsprechung, Finanzverwaltung und die einschlägige (Fach-)Literatur haben die Fragen ob und in welcher Höhe ein Arbeitnehmer die Aufwendungen für Computer, Monitor, Drucker und andere sog. Peripheriegeräte bei der Einkommensteuer steuermindernd berücksichtigen kann doch schon beantwortet.

Wirklich?

Computer als Arbeitsmittel i.S.d. § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 6 EStG

Jedenfalls wird nicht mehr ernsthaft in Zweifel gezogen, dass ein Arbeitnehmer der einen privat angeschafften Computer auch zu beruflichen Zwecken nutzt, im Umfang der anteiligen beruflichen Nutzung seine Anschaffungskosten als Werbungskosten bei der Bemessung der Einkommensteuer in Abzug bringen kann (BFH vom 19.02.2004, VI R 135/01).

Der Anteil der beruflichen Nutzung beträgt in diesen Fällen regelmäßig 50%, wenn der Arbeitnehmer eine nicht nur unwesentliche berufliche Nutzung glaubhaft machen kann. Eine darüber hinausgehende Darlegung des Umfangs der beruflichen Nutzung ist nicht erforderlich. Dazu der Bundesfinanzhof:

Kann ein Steuerpflichtiger (…) zumindest glaubhaft machen, dass er einen PC in einem nicht unwesentlichen Umfang beruflich genutzt hat, so erscheint es – auch aus Vereinfachungsgründen – regelmäßig vertretbar, dass typisierend und pauschalierend von einer jeweils hälftigen privaten bzw. beruflichen Nutzung des PC ausgegangen wird.

Erst wenn ein höherer beruflicher Nutzungsanteil geltend gemacht werden soll, ist dessen Umfang der Höhe nach nachzuweisen bzw. glaubhaft zu machen. So albern wie das jetzt klingen mag: Hierzu wird üblicherweise über drei Monate ein „PC-Fahrten- bzw. Tagebuch“ geführt. Scheitert die Glaubhaftmachung verbleibt es aber bei den 50% ...

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