Hygieneskandal im Uniklinikum Mannheim 31-05-2015

Seit Jahren bekannte Hygieneverstöße

Von 2007 bis 2014 sollen die Ärzte der Klinik laut dem Bericht mit unsauberen bzw. technisch veralteten Bestecken operiert haben. Die Klinikleitung habe von den Risiken gewusst, aber nichts dagegen unternommen. Der Untersuchungsbericht schildert sogar, wie offenbar auch eine tote Fliege in versiegeltes OP-Besteck gelangen konnte. Seit 2007 stiegen in Mannheim die Zahlen der operierten Patienten. Dem steigenden Bedarf an entsprechend den Hygienevorschriften sterilisierten Operationsbestecken habe die Mannheimer Klinik aber nicht erfüllen können. Es habe an entsprechenden Spülgeräten gefehlt, auch an Personal. Nie zuvor wären mehr Patienten durch Mängel gefährdet worden, die Verantwortlichen lange bekannt gewesen waren, aber aus Kostengründen nicht behoben wurden. Die Klinik hatte zuletzt Versäumnisse bei der Beachtung der Hygienevorschriften zugestanden.

Klinik blieb untätig

Wie zeit.de berichtet wurde von Mitte 2013 bis Oktober 2014 die Mannheimer Klinikleitung auf "eine direkte Patientengefährdung" durch Hygienemängel und Versorgungsengpässe hingewiesen. Es geschah nichts, was die Gefahr beseitigt hätte. Eine von der Klinik in Gang gesetzte Innenrevision beschäftigte sich stattdessen mit Geldfragen. Wirtschaftsprüfer bestätigten, "dass bei den jährlichen Risikoberichten die Priorität ausschließlich auf dem Bereich Finanzen lag; eine Risikobewertung anderer Bereiche wurde nicht vertieft". Anordnungen der Aufsichtsbehörde verpufften. Ordnungsbehördliche Verfügungen zu Maßnahmen, die "sofort" umzusetzen seien, wurden ignoriert. "Die Nicht-Reaktion auf die besorgniserregenden Verfügungen des Regierungspräsidiums" verblüfft die aktuelle Untersuchungskommission. Zwei Drittel aller OP-Bestecke des Klinikums wurden inzwischen verschrottet. Die Aufbereitung des Sterilguts obliegt nun dem externen Dienstleister Orgamed ...

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