Indirekte Verwertung unverwertbarer Beweismittel?

Wird das Ergebnis einer nicht verwertbaren Einvernahme nicht aus den Akten gewiesen, kann sich die beschuldigte Person nur beschränkt dagegen wehren. Weil das Bundesgericht (in der Regel) nicht auf entsprechende Beschwerden eintritt, sehen sich auch die Vorinstanzen (in der Regel) nicht veranlasst, dem Sachrichter unverwertbare Beweismittel vorzuenthalten.

Die Lösung des Bundesgerichts (BGer 1B_30/2015 vom 11.05.2015):

Produziert somit die Staatsanwaltschaft einen unverwertbaren Belastungsbeweis, etwa indem sie einen erkennbar notwendig zu verteidigenden Beschuldigten unter Verletzung der Art. 130 f. StPO ohne Rechtsbeistand einvernehmen lässt, so kann dies der Beschuldigte dem Strafrichter zu Beginn der Hauptverhandlung vorbringen. Es droht ihm damit in der Regel kein nicht wieder gutzumachender Nachteil, wenn er den entsprechenden Beweisbeschluss der Staatsanwaltschaft nicht bereits vor dem Erlass des erstinstanzlichen Strafurteils vom Bundesgericht überprüfen lassen kann (Urteil des Bundesgerichts 1B_347/2014 vom 13. Januar 2015 E. 1) [E. 2.2.1] ...

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