Untersuchungshaft

von Jesko Baumhöfener

Untersuchungshaft Zu den Vorrausetzungen der Verhängung von U-Haft und Ihren Rechten

Bei der Untersuchungshaft, kurz auch U-Haft genannt, handelt es sich um eine verfahrenssichernde Ermittlungsmaßnahme. Sie dient hauptsächlich dazu, den weiteren Ablauf des Strafverfahrens und die anschließende Vollstreckung eines auf Freiheitsstrafe gerichteten Urteils zu sichern. In Deutschland sitzen jedes Jahr rund 50.000 Menschen in Untersuchungshaft – doch für nur etwa 35.000 rechtfertigt sich Haft durch das spätere Urteil. Die Voraussetzungen der Untersuchungshaft sind in den §§ 112 ff. der Strafprozessordnung (StPO) geregelt. So heißt es in § 112 I StPO:

Die Untersuchungshaft darf gegen den Beschuldigten angeordnet werden, wenn er der Tat dringend verdächtig ist und ein Haftgrund besteht. Sie darf nicht angeordnet werden, wenn sie zu der Bedeutung der Sache und der zu erwartenden Strafe oder Maßregel der Besserung und Sicherung außer Verhältnis steht.

Die verschiedenen Haftgründe

Ein Haftgrund besteht gemäß § 112 II StPO dann, wenn

festgestellt wird, dass der Beschuldigte flüchtig ist oder sich verborgen hält, bei Würdigung der Umstände des Einzelfalles die Gefahr besteht, dass der Beschuldigte sich dem Strafverfahren entziehen werde (Fluchtgefahr), oder das Verhalten des Beschuldigten den dringenden Verdacht begründet, er werde a) Beweismittel vernichten, verändern, beiseite schaffen, unterdrücken oder fälschen oder b) auf Mitbeschuldigte, Zeugen oder Sachverständige in unlauterer Weise einwirken oder c) andere zu solchem Verhalten veranlassen, und wenn deshalb die Gefahr droht, dass die Ermittlung der Wahrheit erschwert werde (Verdunkelungsgefahr).

Die Aufzählung in § 112 II StPO ist abschließend, sodass eine Untersuchungshaft nur rechtmäßig sein kann, wenn einer der genannten Haftgründe vorliegt ...

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