Gläserner Übernachtungsgast? Teil 1 – Was darf denn ein Hotelbetreiber eigentlich alles so wissen?

von Jennifer Jähn

Egal ob im Urlaub oder auf Geschäftsreisen, die Übernachtung im Hotel ist ein mitunter wichtiger Teil davon. Doch gehört der Schutz der persönlichen Daten auch dazu? Dies ist wie zu erwarten war eine Frage des Datenschutzes bzw. hier explizit eine Frage des Datenschutzes im Hotelgewerbe.

Besteht die ernstzunehmende Gefahr eines gläsernen Gastes?

Ja! Denn jeder Hotelier erhält einen umfassenden Einblick in das Lebensumfeld seines Gastes. Im Einzelnen sind das beispielsweise Informationen über Ess- und Trinkgewohnheiten, Begleitpersonen, Besucher, Gesundheitszustände, Behinderungen, sexuelle Orientierung, Freizeitverhalten usw. Dies verpflichtet den Betreiber eines Hotels in besonderer Weise, das informationelle Selbstbestimmungsrecht seiner Gäste iSd. Art. 1 Abs. 1 iVm. Art. 2 Abs. 1 GG zu wahren. Damit ein Hotelier dieser Sache aber auch tatsächlich Herr werden kann, hat der rheinlandpfälzische Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit dazu eine Orientierungshilfe erstellt „Datenschutz im Hotelgewerbe“. Mit unserer Beitragsreihe „Gläserner Übernachtungsgast“ möchten wir daher insgesamt über den datenschutzkonformen Umgang mit den Daten von Hotelgästen sensibilisieren.

Was darf der Hotelier wissen?

Die datenschutzrechtliche Beziehung zwischen Gast und Hotelier beginnt mit dem gesamten Check-In-Prozess, also vom Buchungsvorgang selbst bis hin zur Ankunft an der Rezeption im Hotel. Die erste Hürde für den Hotelier stellt der richtige Umgang mit den Meldedaten dar. Insofern besteht die gesetzliche Verpflichtung, zu Beginn des Hotelaufenthalts die Meldedaten des Gastes abzufragen. Diese ergibt sich gegenwärtig noch aus § 16 Abs. 1 Satz 1 Melderechtsrahmengesetz (MRRG) iVm. dem entsprechenden Landesmeldegesetz. Ab dem 1.11.2015 wird jedoch das Bundesmeldegesetz (BMG) in Kraft treten und das MRRG ablösen. Trotz dieser zeitnahen Gesetzesänderung wird sich inhaltlich nicht viel ändern. Auch nach §§ 29 Abs. 2, 30 Abs ...

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