Polizisten als “digitale Analphabeten”?

Wer Opfer einer Internetstraftat geworden ist und diese anzeigen will, wird oft enttäuscht – nicht immer können die für die Aufnahme von Anzeigen zuständigen Polizisten diese Sachverhalte richtig einordnen. Mitunter sind dort “digitale Analphabeten” am Werk, die kein Verständnis für die vorgetragenen Sachverhalte haben. Spezialermittler im Bereich IT sind durch die steigende Zahl von Straftaten meist überlastet.

Datendiebstahl ist kein Wohnungseinbruch

Stellt man fest, dass in die eigene Wohnung eingebrochen wurde, ruft man die Polizei. Kurze Zeit nach der Einbruchsmeldung werden Streifenbeamte erscheinen, um die Lage vor Ort in Augenschein zu nehmen. Je nach Sachlage werden sie ihre Kollegen vom Einbruchsdezernat hinzuziehen, die dann die Ermittlungen übernehmen.

Anders sieht die Lage meist aus, will man einen Einbruch in das eigene Computersystem melden. Wendet man sich dabei an den polizeilichen Notruf oder die nächstgelegene Polizeiwache, erntet man mitunter Unverständnis. Dass es sich auch beim Einloggen in fremde Internetkonten und bei der unbefugten Veröffentlichung von privaten Fotoaufnahmen um Straftaten handelt, scheint sich noch nicht bis zu jedem Polizisten herumgesprochen zu haben.

BKA-Chef räumt Mängel ein

Dass die Polizei sich den neuen Medien stärker öffnen müsse, hat auch BKA-Präsident Holger Münch jüngst in einem Interview gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) eingeräumt. Die deutsche Polizei müsse versierter im Umgang mit Informationstechnologie werden. Falsch liegt er damit nicht.

Erfolge bei schwerer Internetkriminalität

Geht es um schwere Internetkriminalität wie Kinderpornografie oder das gezielte Ausspähen der Daten von Wirtschaftsunternehmen, sind die Polizeibehörden in der Regel gut aufgestellt. Geführt werden die Ermittlungen in diesen Fällen von den bei den jeweiligen Polizeipräsidien eingerichteten Sonderdezernaten oder direkt von den Landeskriminalämtern ...

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