Spurensuche – Die Herkunft der Bilder

Spurensuche – Die Herkunft der Bilder

Ein Gastbeitrag von Dr. Tanja Bernsau

Jedes Kunstwerk erzählt eine Geschichte, nicht nur die, die es darstellt, sondern auch über seinen Weg durch die Vergangenheit. Als Provenienzforscherin erforsche und erzähle ich diese Geschichten. Eine besondere Bedeutung kommt der Provenienz von Kunstwerken zu, die in der NS-Zeit ihren Besitzer gewechselt haben – auch heute noch, 70 Jahre nach Kriegsende. Nicht zuletzt zeigt die aktuelle Debatte um den Fall Gurlitt, dass das Thema des NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturguts (NS-Raubkunst) bzw. kriegsbedingt verbrachten Kulturguts (Beutekunst) noch lange nicht abgeschlossen ist. Noch immer erwarten die Museen Rückforderungsanträge auf Kunstwerke, die in der NS-Zeit verfolgungsbedingt ihren meist jüdischen Sammlern entzogen wurden. Die ehemaligen Eigentümer wurden zu Opfern des Holocausts, ihre Besitztümer kamen auf mehr oder weniger direktem Weg in Museen, in den Kunsthandel und in Privatsammlungen. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Kunstwerke, von denen man zwar weiß, dass sie Raub- und Beutekunst sind, aber zu denen (noch) kein Erbe gefunden werden konnte.

Provenienzforschung für die Erwerbsumstände zwischen 1933 und 1945 spielte lange Zeit keine Rolle weder in der deutschen noch in der internationalen Kunstlandschaft. Erst mit der Washingtoner Erklärung im Jahr 1998, nahm man sich auf internationalem Parkett dieses Themas wieder an ...

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