Befangen! Oder doch nicht?

von Philipp Marquort
Sind die Sachverständige und die beiden Richter befangen?

Derzeit sitze ich beim Landgericht Kiel in einem Verfahren, welches sich von Anklageerhebung im Jahr 2011 bereits seit 4 Jahren hinzieht. Anklage war wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung gegen die beiden Mitangeklagten „Rocker“ und meinen Mandanten, ebenfalls ein mutmaßlicher Rocker, erhoben.

Der Vorwurf: Die 3 Angeklagten sollen zusammen mit weiteren gesondert verfolgten und unbekannten Mittätern überfallartig in eine Kneipe in Neumünster eingefallen sein und eine Person, die dem weiteren Umfeld der Kieler Hells Angels zugerechnet wird, zusammengeschlagen haben. Mein Mandant – hier nenne ich ihn Harley Rocker – soll den Geschädigten zunächst mehrfach geschlagen. Anschließend soll Harley den Geschädigten festgehalten haben, während der 2. Angeklagte mit dem Gürtel des Opfers diesen mehrfach ins Gesicht geschlagen haben soll. Bei dem Gürtel soll es sich um einen Supportgürtel der Hells Angels gehandelt haben. Der 3. Angeklagte soll dabei „Schmiere“ gestanden haben.

Einen Tag vorher: Kronzeuge mit umfassender Aussage

Nachdem mehrfach versucht wurde, das Verfahren im letzten Jahr endlich zu verhandeln, wurde im September letzten Jahres endlich mit der Hauptverhandlung begonnen. Diese musste aber nach 2 Hauptverhandlungstagen wieder ausgesetzt werden, da die Staatsanwaltschaft einen Tag vor Beginn der Hauptverhandlung einen neuen Belastungszeugen präsentierte, welcher eine umfassende Aussage gemacht hat.

Im nunmehr 2. Anlauf wird bereits seit mehr als 10 Tagen verhandelt. Am 8. Verhandlungstag sollte die Sachverständige ihr Gutachten erstatten. Die Sachverständige war beauftragt worden, festzustellen, ob bei meinem Mandanten zur Tatzeit die Steuerungsfähigkeit auf Grund eines Hirntumors, welcher etwa ein Jahr nach der Tat entdeckt und operativ entfernt worden war, eingeschränkt oder gar aufgehoben war ...

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