Unfall- oder Betriebsschaden – das ist hier die Frage

Das Oberlandesgericht Hamm hat mit Urteil vom 15. November 2013 entschieden (Az.: 20 U 83/13), dass der Fahrzeughalter beweisen muss, dass es sich nicht um einen in der Kaskoversicherung nicht versicherten Betriebsschaden handelt, wenn ein Fahrzeug durch einen geplatzten Reifen beschädigt wird. Damit wurde eine vorausgegangene Entscheidung des Landgerichts Münster bestätigt.

Als Halterin eines Porsches war der Klägerin während einer Autobahnfahrt bei hoher Geschwindigkeit der hintere linke Reifen ihres Fahrzeugs geplatzt. An ihrem Sportwagen entstanden dadurch massive Schäden.

Nach Einholung von Gutachten ersetzte der Vollkaskoversicherer der Frau zwar jene Schäden, die durch das Aufsetzen des Fahrzeuges nach dem Platzen des Reifens entstanden waren, weigerte sich aber, auch solche Schäden zu ersetzen, die vor dem Aufsetzen des Fahrzeugs durch herumschlagende Teile des beschädigten Reifens verursacht wurden, da es sich dabei um einen nicht versicherten Betriebsschaden handeln würde.

Dagegen ging die Klägerin von einer äußeren Ursache für den geplatzten Reifen aus. Sie hielt es für ausgeschlossen, dass ein Reifen ohne äußere Ursache platzen könne. Wegen der hohen Geschwindigkeit des Kfz sei das Platzen durch ein Schlagloch oder andere Hindernisse, wie z.B. eine Schraube oder anderen Fremdkörper erklärlich, so dass der gesamte Vorfall als Unfall gemäß der Versicherungsbedingungen zu werten sei.

Die Richter des Landgerichts Münster und des Hammer Oberlandesgericht wiesen die Klage auf Erstattung des gesamten Fahrzeugschadens abzüglich der vereinbarten Selbstbeteiligung als unbegründet zurück ...

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