Aufhebungsvertrag statt fristloser Kündigung – Falle für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Bei besonders schwerwiegenden Verstößen gegen den Arbeitsvertrag kann der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer unter Umständen sogar ohne vorherige Abmahnung fristlos kündigen. Selbst wenn lediglich der Verdacht einer solchen schwerwiegenden Pflichtverletzung besteht, kann ein Kündigungsrecht gegeben sein.

Viele Arbeitgeber greifen einer solchen Situation allerdings nicht zum Instrument der Kündigung, sondern erlegen dem Arbeitnehmer einen Aufhebungsvertrag vor. Der Vorteil ist, dass der Arbeitgeber wenn der Arbeitnehmer den Aufhebungsvertrag unterzeichnet, keine Kündigungsschutzklage fürchten muss. Das ist regelmäßig das Problem des Arbeitnehmers, wenn er sich auf den Aufhebungsvertrag einlässt. Davon ist nur schwer wieder wegzukommen. Allerdings ist es nicht unmöglich.

Arbeitgeber übersehen häufig, dass ein unter Druck, Täuschung oder gar Drohung zu Stande gekommener Aufhebungsvertrag für sie sehr gefährlich werden kann. Arbeitnehmer haben in einem solchen Fall nämlich die Möglichkeit den Aufhebungsvertrag anzufechten. Die Anfechtung kann gemäß § 124 Abs. 1 BGB binnen Jahresfrist erfolgen. Anders als bei einer Kündigungsschutzklage, die innerhalb von drei Wochen beim zuständigen Arbeitsgericht eingegangen sein muss, hat der Arbeitnehmer hier also länger Zeit, gegen die Beendigung des Arbeitsverhältnisses vorzugehen. Ein Jahr lang sollte der Arbeitnehmer natürlich nicht warten, da entsprechende Ansprüche auch verwirklichen können. Der Arbeitgeber darf aber nicht glauben, dass nach drei Wochen bereits keine Gefahr einer Inanspruchnahme mehr besteht.

Viele Arbeitgeber schreiben in den (vorformulierten) Aufhebungsvertrag ausdrücklich hinein, dass der Arbeitnehmer auf die Erhebung einer Kündigungsschutzklage verzichtet ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK