25 Jahre Betriebsratsvorsitzender – und danach Hausverbot

Abgerechnet wird zum Schluss. So wie in dieser Geschichte hier. Es ist nur schwer nachvollziehbar, was da im Berufsbildungswerk Bremen passiert ist. Mehr als 30 Jahre lang war Michael Müller Beschäftigter des Unternehmens. Über 25 Jahre war er Vorsitzender des Betriebsrats. Am letzten Arbeitstag vor seiner Pensionierung drückte ihm der Arbeitgeber ein Schreiben in die Hand: “Haus- und Geländeverbot” stand darauf. Unterschrieben vom Geschäftsführer persönlich, gültig ab dem nächsten Tag.

Das Berufsbildungswerk Bremen ist eine Rehabilitationseinrichtung. Behinderte Menschen können hier einen Beruf erlernen. Betreiber ist der Sozialverband Deutschland, ein gemeinnütziger Verein mit über einer halben Million Mitglieder. Dieser vertritt die Rechte behinderter und pflegebedürftiger Menschen.

Die Bremer Ausgabe der taz – die tageszeitung – berichtet, dass es zwischen Betriebsrat Müller und der Geschäftsleitung häufig zu Konflikten gekommen sei. Klingt erst mal nicht ungewöhnlich. Betriebsparteien streiten sich, mal weniger, mal öfter. Krasser Höhepunkt war dann im Jahr 2004 der Versuch des früheren Geschäftsführers, das Betriebsratsgremium seines Amtes zu entheben. Den Hintergrund bildete ein offener Brief des Betriebsrats, in dem das Betriebsklima und der Führungsstil der Geschäftsleitung kritisiert wurden. Nun, das Amtsenthebungsverfahren misslang und der Betriebsrat blieb im Amt. Über 10 Jahre später dann die Retourkutsche ...

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