Wann haftet ein Hundeführer, der aus Gefälligkeit mehrere Hunde gleichzeitig ausführt?

von Daniela Göring

Wer aus Gefälligkeit mehrere Hunde gleichzeitig ausführt ("Rudelführen"), hat alle Hunde so zu beaufsichtigen, dass sie fremde Menschen nicht gefährden.
Verletzt der Hundeführer diese Verkehrssicherungspflicht, weil einer der Hunde an einer fremden Person hochspringt und diese verletzt, haftet er auf Schadensersatz.

Das hat der 9. Zivilsenat des Oberlandesgerichts (OLG) Hamm mit Urteil vom 03.02.2015 – 9 U 91/14 – entschieden.

In dem der Entscheidung zugrunde liegenden Fall hatte die Klägerin Schürfwunden und unter ihrem Auge eine kleinere blutende, nachfolgend unter Narbenbildung verheilte Gesichtsverletzung erlitten, als sie beim Spazierengehen von einem der drei Hunde überraschend angesprungen worden war, die von der Beklagten an der Leine ausgeführt wurden. Der Hund, der die Klägerin angesprungen hatte, gehörte einem Bekannten der Beklagten und war von dieser lediglich aus Gefälligkeit mit ausgeführt worden.

Der 9. Zivilsenat des OLG Hamm sprach der Klägerin ein Schmerzensgeld in Höhe von 3.000 Euro zu und begründete dies damit, dass die Beklagte,

  • weil sie weder Tierhalterin noch Tieraufseherin des Hundes war, der die Verletzungen der Klägerin verursacht hatte, zwar nicht nach §§ 833 Satz 1, 834 Satz 1 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB),
  • aber aufgrund der Verletzung einer Verkehrssicherungspflicht nach § 823 Abs. 1 BGB hafte ...
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