Bloß nichts verkaufen

von Udo Vetter

Strafurteile zu schreiben ist kein Vergnügen. Gerade, wenn sich der Richter dazu äußern, muss, wie er auf die konkrete Strafhöhe gekommen ist.

Zu wenige Worte sind schlecht. Dann heißt es, das Gericht hat nicht alle Umstände berücksichtigt. Zu viele Worte führen schnell dazu, dass Gesichtspunkte unzulässig zu Lasten des Angeklagten berücksichtigt werden.

In einem Urteil, mit dem ich mich beschäftige, wird dem Angeklagten etwa strafschärfend vorgehalten, er habe “die Taten mehraktig begangen”. Allerdings finde ich im Urteil jetzt keine Erklärung dafür, wie der Angeklagte die Tat überhaupt in einem Akt hätte begehen können.

Man kann jemandem einaktig ein Bierglas an den Kopf werfen. Oder einaktig einen Fußgänger umfahren. Wie man einen Onlinebetrug (nennen wir es mal Phishing) einaktig einfädeln kann, erschließt sich mir nicht ...

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