Wenn Pferd beim Beschlagen Hufschmied verletzt.

von Daniela Göring

Ein beim Beschlagen von dem Pferd verletzter Hufschmied kann den Tierhalter ungekürzt aus der Tierhalterhaftung in Anspruch nehmen.

Das hat der 14. Zivilsenat des Oberlandesgerichts (OLG) Hamm mit Urteil vom 22.04.2015 – 14 U 19/14 – entschieden.

In dem der Entscheidung zugrunde liegendem Fall hatte der Kläger, ein erfahrener Hufschmied, im Auftrag des beklagten Pferdehalters, dessen seinerzeit 13-jährigen Wallach beschlagen, war bei der Ausführung der Arbeiten, wie die Beweisaufnahme ergab, von dem Pferd getreten worden und hatte sich hierdurch eine schwere Verletzung seines rechten Fußgelenks und oberen Sprunggelenks zugezogen, die in der Folgezeit mehrfach operativ behandelt werden musste und die den seit dem Unfall arbeitsunfähigen Kläger auch heute noch in seiner Bewegung einschränkt.

Seine Klage, mit der der Kläger von dem Beklagten Schadensersatz verlangte, u.a. 50.000 Euro materiellen Schaden, 30.000 Euro Schmerzensgeld und eine monatliche Rente von 1.400 Euro, hatte in vollem Umfang Erfolg.

Dem Kläger stehe - so der 14. Zivilsenat des OLG Hamm - gegen den Beklagten ein Schadensersatzanspruch zu, der nicht durch einen Mitverschuldensanteil zu kürzen sei.
Der Beklagte hafte als Tierhalter nach § 833 Satz 1 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), weil

  • der Kläger nachgewiesen habe, von dem Wallach getreten worden zu sein und sich hierdurch seine komplexen Verletzungen zugezogen,
  • also in dem Unfallgeschehen sich eine von dem Wallach ausgehende “Tiergefahr“ verwirklicht habe ...
Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK